Monologe - Staffel 6

VI.01 - 40 Tage, Teil 1

Die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross sagt: Wir alle durchleben während des Sterbens oder nach einem schweren Verlust 5 Phasen der Trauerarbeit. Wir wollen den Tod zunächst nicht wahrhaben. Weil der Verlust so undenkbar ist, können wir uns nicht vorstellen dass es so ist. Wir werden auf jeden wütend. Auf Überlebende, aber auch auf uns selbst. Und dann verhandeln wir. Wir bitten und flehen um Hilfe. Wir würden alles geben was wir haben, unsere Seelen opfern wenn uns dafür auch nur einen Tag Aufschub gewährt werden würde. Ist das Verhandeln fehlgeschlagen, lässt sich unsere Wut nicht mehr rechtfertigen. Dann kommt die vierte Phase: Depression, Verzweiflung. Bis wir schließlich akzeptieren müssen, dass wir alles in unserer Macht stehende getan haben. Dann lassen wir los. Wir lassen los und nehmen unser Schicksal an.

In unserer Ausbildung lernen wir tagtäglich viele Wege wie man gegen den Tod kämpft. Aber wir lernen nicht wie man danach weiterlebt.

VI.02 - 40 Tage, Teil 2

Im Wörterbuch wird Trauer als starkes seelisches Leiden oder als Verzweiflung in einer Notlage oder nach einem Verlust definiert.
Tiefer Kummer, schmerzvolle Dauer, wir Chirurgen, Wissenschaftler lernen aus Büchern und verlassen uns auf sie. Verlassen uns aus Ihre Definition und ihre Bestimmungen.
Im Alltag drückt sich Trauer oft unterschiedlich aus und manchmal kann man tiefen Kummer gar nicht erkennen.

Das Gemeinste daran ist, das in dem Moment in den man glaubt man hätte es überstanden,
wieder von vorne losgeht. Und Immer, Jedes Mal, verschlägt es einem den Atem.
Es gibt 5 Phasen der Trauer! Jeder erlebt sie anders! Aber es sind immer Fünf :

Alex: Verweigerung
Derek: Wut
Baily: Verhandlung
Lexi: Depressionen
Dr. Webber: Akzeptanz

VI.03 - Paranoia

Paranoia gibt einem den entscheidenden Vorsprung im OP. Chirurgen gehen immer vom schlimmstmöglichen Fall aus. Man kann den Patienten zu machen, man hat die Blutung gestillt. Man weiß es. Und doch ist da die Stimme in seinem Kopf, die einen fragt: „Was wenn nicht? Was, wenn der Patient stirbt und man hätte es verhindern können.“Man überprüft also seine Arbeit noch mal, bevor man den Patienten zu macht. Paranoia ist der beste Freund.

Niemand kann sich davor abschotten. Jeder von uns hat Angst vor einer ungewissen Zukunft. Doch das ist eigentlich sinnlos. Denn all die Sorgen und all die Pläne für die Fälle, die eintreten oder nicht eintreten, das macht alles noch schlimmer. Also führt euren Wunsch spazieren oder macht ein Nickerchen. Aber was immer ihr tut, hört auf euch Sorgen zu machen. Denn das einzige Mittel gegen Paranoia ist hier zu sein, im Hier und Jetzt, so wie du bist.

VI.04 - Die verdammten Verpflichtungen

Am Anfang unseres Lebens haben wir nur wenige Verpflichtungen. In der Schule leisten wir unseren Fahneneid. Wir schwören unsere entliehenen Bücher in die Bibliothek zurückzubringen.  Aber je älter wir werden, desto mehr Gelübde legen wir ab. Geben Versprechungen und bürden uns jede Menge Verpflichtungen auf. Wir wollen die Wahrheit sagen, nichts als die Wahrheit. Wir wollen lieben und ehren, bis dass der Tod uns scheidet. Und die liste unsre Verpflichtungen wird immer länger bis wir schließlich jedem irgendetwas schulden und plötzlich glauben…. : „Was zum …?“

Und deshalb tun wir das, was jeder intelligente Mensch tun würde. Wir laufen mit aller Kraft vor unseren Verpflichtungen weg und hoffen dass man sie vergessen wird.
Aber die Versprechen holen uns ein. Und manchmal stellt man fest, dass man nicht hätte weglaufen müssen, denn es war gar nicht so schwer.

Autoren: Danke folgenden Fans für die Einsendung einiger Monologe:
laura: Monologe der Folgen VI.01
Sandra: Monologe der Folgen VI.02
Leobrilon: Monologe der Folgen VI.03, VI.04
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